Muster & Rollen

Das Muster Optionen und seine Rollen

„Die Welt ist voller Möglichkeiten und Gelegenheiten.“
„Mir wird es einfach schnell langweilig.“ Menschen mit dem Muster Optionen können von Veränderungen gar nicht genug bekommen. Für sie ist die Welt voller Möglichkeiten und Gelegenheiten. Und davon wollen sie möglichst viel auskosten, ausprobieren und kennenlernen.
Options-Typen sind Optimisten und freuen sich auf die Zukunft. Auch wenn sie gerne von der einen Chance zur nächsten springen, suchen sie doch nach einem Leben, in dem sie tiefe Erfüllung finden und glücklich und zufrieden sein können.

Kurzporträt eines Muster-Beispiels

Paula Ortleb, 31 Jahre, Projektleiterin E-Commerce der NEMO AG

Sie ist bei der NEMO AG die Projektleiterin für den immer wichtiger werdenden Bereich E-Commerce. Ihr macht ihre Aufgabe viel Freude und sie kommt meistens gut gelaunt im Verlag an. Besonders Spaß macht ihr, dass sie eine abwechslungsreiche Arbeit hat.
Sie leitet parallel mehrere Projekte, pflegt den Kontakt zu vielen Kollegen, Experten, Web-Designern und, und, und. Sie hat ein großes Talent darin, dass es ihrem jeweiligen Projektteam gut geht. Anders gesagt: Paula Ortleb „jongliert“ gerne mit vielen Projekten gleichzeitig.
In keiner anderen Sparte der NEMO AG steckt so viel Dynamik drin wie im E-Commerce-Bereich. Bei ihr geht es darum, immer wieder aufs Neue auszuloten, wohin sich der Markt entwickelt, welche neuen Technologien man im Auge behalten muss und was sich in rechtlicher Hinsicht alles tut. Das Internet, soziale Netzwerke und Smartphones sind da nur drei Stichworte.
Von den Mitarbeitern in ihren Teams wird sie vor allem dafür geschätzt, wortgewandt die Bestrebungen der Projektteilnehmer zusammenzufassen und die einzelnen Teile und Aspekte auf eine originelle Art und Weise zusammenzubringen.
Schwierig kann es dann nach der Planungsphase werden. Die Umsetzung von Vorhaben, die sich nicht immer spannend und interessant gestaltet, empfindet Paula Ortleb als mühsam. Hier zieht sie sich dann gerne zurück, um neue, vielversprechende Projekte zu planen.

Hintergrund: die vier Rollen eines Musters

Jedes Muster kann nicht nur in einem „Modus“ agieren, sondern in vier Modi. Dabei liegen jeweils zwei Modi – oder wie wir es nennen: Rollen – im Rollen-Trapez in der Balance-Zone und in der Gefahren-Zone.
Meist bewegen wir uns in der Rolle links oben im Trapez. In dieser Lieblings-Rolle sind wir zu Hause, in ihr agieren wir, ohne nachdenken zu müssen, sie zu nutzen fordert von uns kaum Energie – fast als würden wir uns mit einem Autopiloten bewegen. Das gibt uns Sicherheit, und das ist sehr bequem.
Doch wenn wir uns nur auf diese Rolle beschränken, berauben wir uns allzu vieler Möglichkeiten. Denn das jeweilige Pendant in der Balance-Zone, die Rolle rechts oben im Trapez, bietet uns viele neue Möglichkeiten, auf andere Menschen und Situationen anders als in der Lieblings-Rolle zuzugehen. Sobald wir in dieser zweiten Rolle der Balance-Zone agieren, haben wir unseren Einflussbereich erweitert – ohne dass wir dies bei anderen einfordern müssten und dass sich an den äußeren Umständen etwas ändern müsste.
Doch diese Rolle einzuüben und einzunehmen, fordert von uns allen erst einmal Energie so wie jede Verhaltensänderung. Und sie bringt zu Beginn sicher erst einmal den einen oder anderen Rückschlag mit sich und damit auch Unsicherheit. All das kostet Kraft, die erst einmal aufgebracht werden muss. Doch es zahlt sich aus, hier an sich zu arbeiten. Als Lohn winkt nichts weniger als ein großes Plus an persönlicher Freiheit, nämlich der Freiheit, über mehr Optionen im Verhalten gegenüber Menschen und Situationen zu verfügen.
Wer darauf verzichtet, dem droht früher oder später nicht nur die Beschränkung auf die gewohnte Lieblings-Rolle, sondern auch die Gefahr, in eine der Rollen der Gefahren-Zone zu geraten.
Ein Herabfallen in die Gefahren-Zone droht immer dann, wenn wir in der Krise sind, etwa durch völlig neue Herausforderungen, das Zusammentreffen mit Menschen und Situationen, die einem bislang nicht vertraut waren, durch Überlastung, zu viel Druck, Orientierungslosigkeit oder was auch immer. Dann glauben wir, unsere ansonsten wirksamen Vorgehens- und Verhaltensweisen, nicht zuletzt unsere Muster-Fallen (siehe Coaching-Tipps), müssten doch eigentlich auch jetzt funktionieren. Tun sie dann aber oft nicht.

Die Balance-Zone

Die Balance-Zone der Options-Typen: nicht immer nur Chancen sehen, sondern auch mal Regeln nutzen

Als Spürnase für alles Neue, als Chancensucherin, agiert Paula Ortleb in ihrer bevorzugten Rolle. Genau für diese Stärke hat sie ihr Chef, Claus Brenda, auch aus einem Verlag abgeworben. „Wenn jemand einen Sinn für neue Chancen hat, dann Frau Ortleb.“Muster Optionen
Und seit sie Bodo Söllner als Kollegen an ihrer Seite hat, ist sie dabei auch auf der sicheren Seite, soll heißen: Er sorgt dafür, dass alle Optionen auf ihren Gehalt hin abgeklopft werden. Und er stellt sicher, dass ein einmal eingeschlagener Weg auch konsequent weiterverfolgt wird.
Mit ihm zusammen kann Paula Ortleb sein, wie sie am liebsten ist: die Chancensucherin mit offenen Augen für neue Möglichkeiten. Das ist ihre Lieblings-Rolle.
Diese Rolle fällt Options-Typen in der Regel am leichtesten, weshalb sie sie auch meist einnehmen. Dadurch verlieren sie ihre zweite starke Seite leider allzu oft aus dem Blick: die der Regelnutzerin, ihre Entwicklungs-Rolle. Muster Optionen
Auch wenn das Wort Regel für Options-Typen auf den ersten Blick eher langweilig und uninteressant wirkt: Wenn sie in dieser Rolle zu sich finden, haben sie alle Mittel in der Hand, ihre Ideen auch in die Tat umzusetzen.
Aber leider zeigen sie diese Rolle selten: Neue Ideen „anzudenken“ macht ihnen meist mehr Spaß, als schon angedachte Ideen umzusetzen. Claus Brenda mit seinem Gespür für Menschen und deren Potenziale und Stolpersteine hat ihr nicht zuletzt deshalb den Programmierer Peter Doblin an die Seite gestellt. Er ist für das Team ein echter Glücksfall.
Die beiden lieben es, sich all die neuen Möglichkeiten des E-Commerce anzuschauen und sie auszuprobieren. Und da Doblin immer auch die konkrete Umsetzung im Hinterkopf hat, gelingt es beiden, nicht nur viele neue Ideen anzudenken, sondern auch die umzusetzen, für die sie sich entschieden haben. In Doblin weiß Paula Ortleb einen Mitarbeiter an ihrer Seite, der die Standards und Regeln auch penibel einhält – und die gibt es nun mal im Web und im E-Commerce, dem Arbeitsfeld von Paula Ortleb. Sie weiß sehr wohl, dass die Einhaltung von Regeln auch Vorteile bietet, wenn man neue Ideen umsetzen möchte.
Aber in dieser Rolle der Regelnutzerin erlebt man Paula Ortleb viel zu selten, was eigentlich auch sie selbst so empfindet. Meist bewegt sie sich lieber auf vertrautem Terrain, also in der Rolle der Chancensucherin.

Die Gefahren-Zone

Die Gefahren-Zone der Options-Typen: aus falsch verstandener Regelnutzung prinzipienreiterisch, aus übertriebener Chancensuche grenzenlos agieren

Es kann passieren, dass Paula Ortleb – zur Verwunderung von sich selbst und anderen – ab und an in die Rolle der Prinzipienreiterin fällt. Ortlebs Zusammenarbeit mit der Grafikerin Rosa Ionesco ist von diesem Zug geprägt. Muster Optionen
Ionesco ist für das Layout aller E-Commerce-Angebote verantwortlich und neigt dazu, Regeln zu unterlaufen. Eigentlich ist Paula Ortleb ja selbst auch gerne geneigt, Regeln für sich außer Acht zu lassen – aber eben in erster Linie für sich selbst. So sieht sie sich gegenüber der Grafikerin unversehens in der Rolle, Regeln durchsetzen zu müssen. Da sie darin noch sehr ungeübt ist – als Regelnutzerin hat sie ja Peter Doblin an ihrer Seite –, schlägt ihr Verhalten ins Gegenteil um: Sie agiert extrem kontrollierend, bestimmend, kleinkariert, eben prinzipienreiterisch.
Nun macht sich Paula Ortleb Vorwürfe, zu regelfixiert gewesen zu sein, und verfällt dadurch in einem anderen Fall – statt sich zwischen Chancensucherin und Regelnutzerin zu bewegen – in das andere negative Extrem ihres Rollen-Trapezes: in die Rolle der Grenzenlosen.Muster Optionen
In der Zusammenarbeit mit Sonja Ansbach agiert Paula Ortleb in dieser Rolle. Ansbach schreibt an einem Buch zum Thema E-Commerce. Zum Projekt gehören auch das Erstellen einer zugehörigen Website und eine gekürzte Version des Buches für Smartphones. Für dieses Projekt ist Paula Ortleb zuständig.
Dabei hat Sonja Ansbach Paula Ortleb ein wenig überfahren. Sie hat immer neue Ideen, womit Ortleb gut umgehen kann, aber zugleich geht es Ansbach auch um die jeweils perfekte Ausarbeitung, womit Ortleb nicht gut umgehen kann. Sonja Ansbach raubt Ortleb deshalb sehr viel Energie, weil diese nicht entscheiden kann, welche Idee wie umgesetzt werden soll. So werden alle Ideen mit derselben Energie verfolgt. Das führt dazu, dass unnötig viele Ressourcen im Team gebunden sind. Für das Unternehmen ist das Projekt wegen dieser „Grenzenlosigkeit“ eigentlich unkalkulierbar.
Paula Ortleb ist hier von der Rolle der Chancensucherin in die Rolle der Grenzenlosen gefallen – nicht zuletzt weil sie Sorge hatte, vielleicht zu regelkonform zu agieren. Als Grenzenlose nimmt sie die linke untere Ecke ihres Rollen-Trapezes ein und damit die Rolle, in der sie neben der der Chancensucherin am meisten agiert. Doch für ein Leben in der eigenen Balance-Zone sollte Paula Ortleb dies vermeiden. Sonst verschwendet sie viel Energie für ein Verhalten, das weder sie noch jemand anderes mag und niemandem nutzt.
Der Fall von der Chancensuche in die Grenzenlosigkeit ist typisch für Options-Typen, er resultiert aus deren Muster-Fallen, in die sie durch bloßes Reagieren statt bewussten Agierens geraten. Anders ausgedrückt: Dies passiert immer dann, wenn sie sich nicht in ihrer Balance-Zone bewegen, also auch in Richtung Regelnutzerin.

Stenogramm

Weltsicht: Die Welt ist voller Möglichkeiten und Gelegenheiten.
Selbstbild: Ich freue mich auf die Zukunft.
Balance-Zone: zwischen Chancen suchend und Regeln nutzend.
Gefahren-Zone: zwischen grenzenlos und prinzipienreiterisch.
Stolperstein: In Gedanken in der Zukunft verweilen.
Grundbedürfnis: Glücklich und zufrieden sein und Erfüllung finden.

Fokus: Umgang mit Veränderung

Options-Typen lieben Veränderungen, weil sie neue Möglichkeiten eröffnen.

Vom Balance-Muster lernen

Wenn Options-Typen sich in Balance befinden, lernen sie von Denk-Typen, sich in ihrem Denken und Handeln zu fokussieren. Sie lernen, ihre Energie und ihre Ideen, die sie immer in Hülle und Fülle haben, nach dem zu beurteilen, was wirklich Beachtung verdient. Durch Beobachten üben sie sich in Geduld und Disziplin. Details werden genauer wahrgenommen, was dazu führt, dass Dinge und Menschen in ihrem Gesamtbild respektiert werden.

Zitate

Was sagen berühmte Persönlichkeiten zu den neun Mustern und deren Eigenarten?
Hier zehn Beispiele für das Muster Optionen:
Durch Freude kommt Friede in die Welt.
Chassidische Weisheit

So schönes Wetter – und ich noch dabei!
Wilhelm Raabe

Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich, wenn sie nicht unglücklich sind.
Jean Anouilh

Leben ist, was dir passiert, wenn du andere Pläne machst.
John Lennon

Über den Wassern deiner Seele schwebt unaufhörlich ein dunkler Vogel:
Unruhe.
Christian Morgenstern

Wenn Menschen Glück kaufen könnten, würden sie es bestimmt eine Nummer zu groß wählen.
Pearl S. Buck

Glück und Unglück ist im Leben ineinander gekettet wie Schlaf und Wachen, keins ohne das andere, und eins um des andern willen.
Johann Wolfgang von Goethe

Es gibt keine Bewusstwerdung ohne Schmerzen.
Carl Gustav Jung

Gäbe es Wesen, die den Menschen alle Wünsche erfüllen, so wären das keine Götter, sondern Dämonen.
Friedrich Georg Jünger

Einfachheit ist das Resultat der Reife.
Friedrich Schiller

Prominente

Heidi Klum und Thomas Gottschalk stehen für das Agieren mit Optionen: Gerne tanzen die beiden auf mehreren Hochzeiten. Und wenn etwas nicht klappt, wechseln sie schnell zu einer neuen Herausforderung.
Weitere Beispiele sind: John F. Kennedy, Peter Pan, Kramer, Cosmo (Seinfeld), Goldie Hawn, Robin Williams oder Larry King.

Beispiele aus TV & Film

Diese Figuren zeigen aus Filmen und TV-Serien mustergültig, was es heißt, sich neue Möglichkeiten zu erschließen, auch wenn man damit der Wahrheit geschickt aus dem Weg geht:

  • Holly Golightly in „Frühstück bei Tiffany”, gespielt von Audrey Hepburn
  • Charles in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, gespielt von Hugh Grant
  • William Thacker in „Notting Hill“, gespielt von Hugh Grant
  • Dr. Christian Troy in „Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis”, gespielt von Julian McMahon
  • Earl Hickey in My Name is Earl; gespielt von Jason Lee

 

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